Graubünden - Baukultur

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Herrschaftshäuser und Villen
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Palazzo Castelmur*

Coltura | 7605 Stampa
Barockes Herrenhaus der Familie Redolfi von 1723. Durch die als Wohltäter des Bergells verehrten Baron Giovanni de Castelmur und seine Frau Anna 1850–54 erweitert zum neugotischen Schloss in venezianischer Art; Architekt Giovanni Crassi Marliani. 1962 von einer Bergeller Stiftung gekauft und zugänglich gemacht. Schaufront gegen das Tal mit flankierenden Ecktürmen, Pechnasen und geschlitzten Zinnenkränzen sowie mit imitierten Marmorinkrustationen verziert.

Im Inneren reiche historistische Ausstattung durch Mailänder Künstler und Handwerker; virtuose Trompe l’œil-Deckenmalereien von Gaspare Tirinanzi 1853, weitere Malereien von Zaverio Tessera. Tapeten und Mobiliar im Geschmack des Rokokos und des Biedermeiers. Die Zimmer des Altbaus mit Bohlenwänden und einfachen Felderdecken.

Weiträumige Gartenanlage; Rosskastanienallee zur Brücke über die Maira, 1897 (rekonstruiert 1928). Einzigartiges Baudenkmal der Bündner Rückwanderer-Architektur von landschaftsprägender Bedeutung.

(Kunstführer durch die Schweiz, Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Band 2, Bern 2005)